Landschaftsfotografie
Fotografie

Landschaftsfotografie – 10 Tipps für beeindruckende Fotos aus der Natur

Gastbeitrag von Nina Huepen Bestendonk

 

Ob auf Reisen oder vor der eigenen Haustür: Entdecken die Augen eine spektakuläre Landschaft, soll dieses einmalige Bild unbedingt für später festgehalten werden. Vielleicht, weil wir diesen einzigartigen Moment mit den Liebsten zu Hause teilen möchten oder bereits das nächste Fotoalbum planen. Doch egal, was oder wer uns zur Landschaftsfotografie bringt – viele unterschätzen, wie herausfordernd es sein kann, die Schönheit der Natur und ihre Realität wiederzugeben.

Mit einer professionellen Kamera, den richtigen Objektiven und Einstellungen ist zwar schon viel zu erreichen, doch die Ausrüstung ist in der Fotografie nicht alles: Weitere wichtige Faktoren sind ein Auge für Komposition, das richtige Licht und gutes Timing. So kann ein gutes Naturfoto sogar mit dem Smartphone gelingen und einen beim Ansehen direkt an Ort und Stelle zurückversetzen. Um im Detail zu zeigen, wie die Landschaftsfotografie gut gelingen kann, habe ich meine 10 hilfreichsten Tipps aus meinen 15 Jahren Reisefotografie zusammengestellt.

 

1. Welche Kamera-Ausrüstung ist für die Landschaftsfotografie zu empfehlen?

Für die Landschaftsfotografie am besten geeignet ist ein Kamerasystem mit Wechselobjektiven. Ob es sich hierbei um eine Systemkamera oder eine Spiegelreflexkamera mit Vollformat-Sensor oder APSC-Sensor handelt, ist dabei erstmal nicht so wichtig.

Zwar kommt ein Smartphone nicht an die Leistung einer solchen Profi-Kamera heran, doch auch dieses darf bei der Landschaftsfotografie auf jeden Fall zum Einsatz kommen. Immerhin möchte nicht jeder beim Wandern eine schwere Spiegelreflexkamera mit sich herumtragen müssen.

Und auch qualitativ sollten die Fotoergebnisse eines Smartphones nicht unterschätzt werden. Die Wahl der Ausrüstung ist also immer auch an individuelle Bedürfnisse und nicht ausschließlich an technische Anforderungen geknüpft.

 

2. Das richtige Objektiv für die Landschaftsfotografie

Die meisten Experten aus dem Bereich der Landschaftsfotografie werden sagen: Es sollte unbedingt ein Weitwinkelobjektiv genutzt werden! Bei Vollformat-Kameras entspricht das einer Brennweite von 16-20mm.

Ein solches Objektiv ermöglicht es, so viel wie nur möglich von der Landschaft einzufangen. Diese Eigenschaft macht es natürlich äußerst beliebt. Dennoch sollten weitwinklige Objektive mit Vorsicht genossen werden. So verzerren sie stellenweise das Bild und lassen bestimmte Objekte unnatürlich wirken.

Spannendere Aufnahmen sind mit einem Teleobjektiv ab 200mm aufwärts zu erreichen. Die Perspektive bleibt hierbei natürlicher und man kommt näher an Objekte, die in weiterer Ferne liegen, heran. Mein liebstes „Immer drauf“-Objektiv auf Reisen ist ein Standard-Zoomobjektiv mit guter Lichtstärke, wie zum Beispiel ein 24-70mm mit f2,8 für Vollformat-Kameras. Damit bin ich möglichst schnell und flexibel.

 

3. Ein zentrales Motiv finden

Der erste Impuls in der Landschaftsfotografie beinhaltet meistens, die schöne Aussicht oder das Bergpanorama einfach so abzulichten. Da spricht auch erstmal nichts dagegen. Jedoch kann das Foto natürlich noch etwas spannender gestaltet werden.

Ein zentrales Motiv hilft dabei, den Betrachter in das Bild hineinzuziehen und dem Auge einen Fokuspunkt zu schenken, auf dem es in der Landschaft ruhen kann. Ein solches kann ein frei stehender, knochiger Baum sein, eine verwunschene Almhütte, ein mit Moos bewachsener Findling oder ein heimisches Tier.

Zentrales Motiv_Pinguin
(c) Nina Huepen Bestendonk

 

4. Menschen in die Bilder integrieren

Gibt es kein zentrales Motiv in der Landschaft, bietet es sich an, Menschen in das Bild zu integrieren. Das macht die Aufnahme nicht nur spannender, sondern setzt die Natur auch in Relation. Oft wirken die gigantischen Felsformationen im Nachhinein auf dem Foto eher wie kleine Kieselsteine, da ein bekannter Vergleichswert fehlt. Auf diesem Wege kann sich der Betrachter viel besser in die Situation hineinversetzen und mitfühlen. Bonuspunkte gibt es übrigens für auffallende, bunte Kleidung.

Personen in das Bild integrieren
(c) Nina Huepen Bestendonk

 

5. Komposition und der goldene Schnitt

Die Bildkomposition ist ein essenzielles Stilmittel in der Naturfotografie. Hierbei sollte genau hinterfragt werden, was die wichtigen Elemente eines Bildmotivs sind und wohin das Auge des Betrachters gelenkt werden soll.

Bei der Orientierung hilft hier der sogenannte goldene Schnitt. Wichtige Fokuspunkte im Motiv werden dabei auf im goldenen Schnitt liegende Knotenpunkte oder Linien gelegt. So erhält das Foto eine spannende, aber ausgewogene Komposition. Aber auch hier gilt: Regeln sind da, um gebrochen zu werden.

Der goldene Schnitt
(c) Nina Huepen Bestendonk

 

6. Den Vordergrund mit einbeziehen

„Vordergrund macht Bild gesund!“ ist eine alte Weisheit, die auch heute noch gilt. Beim Fotografieren von gigantischen Bergpanoramen wird das, was sich im Vordergrund abspielt, jedoch oft zu Unrecht vernachlässigt. Pflanzen, Steine, Bachläufe, Menschen oder Treibholz an der unteren Bildkante bringen Tiefe ins Bild und machen die Aufnahme interessanter. Für noch mehr Variation kann man auch mithilfe einer geöffneten Blende etwas mit der Tiefenschärfe spielen.

Den Vordergrund mit einbeziehen
(c) Nina Huepen Bestendonk

 

7. Die Perspektive ändern

Wir sind es gewohnt, die Welt aus Augenhöhe zu betrachten. Doch wieso nicht mal einen Perspektivwechsel wagen? Mich sieht man in der Natur oft auf große Steine klettern oder in die Hocke gehen. Manchmal lege ich die Kamera oder das Smartphone sogar gleich ganz auf den Boden. Nicht umsonst sind Drohnen-Aufnahmen gerade besonders beliebt: Sie bieten eine für uns völlig ungewohnte Perspektive und machen das Bild so interessant. 

Die Perspektive ändern
(c) Nina Huepen Bestendonk

 

8. Es gibt kein schlechtes Wetter (nur schlechtes Licht)

In der Naturfotografie kommt es durchaus vor, dass die Sonne auch mal nicht scheint. Doch schlechtes Wetter gibt es in der Landschaftsfotografie nicht. Im Gegenteil: Wetter schafft oft Atmosphäre. Neblige Landschaften, in den Wolken hängende Berge, Regentropfen auf Grashalmen – all das kann oftmals sogar besser sein als direktes Sonnenlicht.

Fallen die Sonnenstrahlen zu steil oder ist das Licht zu grell, ergeben sich in der Landschaft oft unschöne und sehr harte Schatten. Deshalb können ein paar Wölkchen am Himmel in der Regel nicht schaden.

Kein schlechtes Wetter, nur schlechtes Licht
(c) Nina Huepen Bestendonk

 

9. Golden Hour nutzen

Das beste Licht zum Fotografieren in der Natur ist die goldene Stunde kurz vor Sonnenuntergang. Zu dieser Zeit fällt das Licht sehr weich und flach und tönt alles in einen goldenen Schein. Die Farben leuchten, der Kontrast ist schön ausgeglichen. Doch wer hier viele Aufnahmen machen möchte, muss sich beeilen: Die Sonne ist schneller hinterm Berg verschwunden als gedacht.

Golden Hour
(c) Nina Huepen Bestendonk

 

10. Langzeitbelichtungen in der Landschaftsfotografie

Wer auf seiner Reise einem Bachlauf oder gar einem Wasserfall begegnet, kann die Bewegung des Wassers mithilfe einer Langzeitbelichtung sichtbar machen. Dadurch wird die Aufnahme direkt viel lebendiger. Hierzu benötigt man allerdings unbedingt eine Kamera, bei der die Belichtungszeit separat eingestellt werden kann.

Diese sollte etwa zwischen 5 und 15 Sekunden betragen. Dabei ist es natürlich wichtig, dass die Kamera in dieser Zeit nicht bewegt wird, sonst verwackelt die gesamte Aufnahme. Stativ also nicht vergessen! Wer kein Stativ hat oder mitschleppen möchte, kann die Kamera auch auf einen Stein oder eine Bank legen und erhält dadurch zusätzlich eine interessante Perspektive!

Langzeitbelichtungen
(c) Nina Huepen Bestendonk

 

 

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